nachtschichtgruselei

das wochenende war toll. wirklich großartig. mehr davon, bitte.

aber nein, heute ist ja wieder montag.

so schlimm ist das dann aber auch wieder nicht. meine aufgabe für heute: ausruhen! heute abend um halb zehn beginnt nämlich meine erste nachtschicht und ehrlich gesagt macht mir das ein bißchen angst. nicht die schicht an sich, die wird sicher nett, zumal ich sie heute noch nicht allein verbringen werde. angst habe ich vor meinen physischen grenzen. was mache ich, wenn ich irgendwann nicht mehr kann? wie bringe ich meine augen dazu, nicht einfach zuzufallen? wie behalte ich die nerven, wenn die zeit irgendwann beschließt, nicht mehr weiterzulaufen, zumindest nicht, so lange ich sie beobachte? natürlich weiß ich, daß dieses denken kontraproduktiv ist. vor allem wenn ich gleich versuchen werde, noch ein bißchen zu schlafen. aber so ist das bei mir ja immer, ungelegte eier und so. nun ja, ich werde berichten!

die gute stimmung hat mich übrigens noch nicht wieder verlassen. wollte ich noch schnell festhalten!

und die antwort lautet: …..später!

seit nahezu wochen schon überlege ich, was ich mit meinem blog hier mache. brachlegen? weiterführen, so stolpernd wie es in letzter zeit lief? an anderer stelle neu anfangen? an jedem einzelnen artikel hier hängen tropfen meines herzblutes, jede einzelne option schien ihm nicht gerecht zu werden. was nun?

andererseits drängen worte gegen meine oberfläche, die hinaus wollen, und während ich keine lösung, keine antwort auf obige frage zu finden vermag, drohe ich langsam zu platzen ob der masse an ungeschriebenen geschichten.

also schreibe ich jetzt und vertage die frage erst einmal. später kann ich mir darüber immer noch gedanken machen. momentaufnahme: es geht mir gut. nach langer, beschwerlicher durststrecke kann ich das zweifellos behaupten. ich habe in meinem kopf etwas aufgeräumt, habe einen neuen job, neue bekannte und vielleicht sogar freunde, viel zu tun und „qualitativ hochwertige freizeit“. ich bin immer noch ich, ein komplett chaotisches wesen voller verrückter ideen, neurotisch bis in die fußnägel und das volle spektrum von liebenswert bis unausstehlich in allen facetten auslebend. meistens mag ich mein leben, immer meinen liebsten und ab und zu auch mich selbst.

fühlt sich gar nicht mal so schlecht an, das alles.

morgengruß

kurz vor sechs ist eigentlich nicht meine zeit. vor einigen jahren (eine gefühlte ewigkeit, wenn auch gar nicht mal soo lange her) war sie es mal, nur nicht zum aufstehen. vom arbeiten bin ich oft um diese zeit nach hause gekommen und weil ich dann meistens trotz bleierner müdigkeit noch viel zu aufgekratzt war, um direkt schlafen zu gehen, habe ich dann oft genau so wie jetzt vor dem bildschirm gesessen und geschrieben, in diesem oder jenem zimmer, mit immer unterschiedlichen mitbewohnern, die nebenan schliefen. an genau dieses licht erinnere ich mich, das so unschuldig wie aufregend ist, weil an einem solchen tag alles möglich scheint, an einem tag, der gerade im begriff ist, zu beginnen. es ist noch so still, vor dem fenster gurren tauben und der himmel scheint so unendlich weit. in paris wäre ich jetzt gerne, auch wenn ich mich in den letzten wochen eigentlich immer nur nach schweden geträumt habe, aber jetzt gerade in diesem moment flüstert mein sehnsüchtiges herz paris. oh, wie es ruft und bunte bilder aus meinem gedächtnis hinaufbeschwört. ein süßer schmerz voller erinnerung an tage, die genau wie dieser begonnen haben.

aber ich schweife ab. der liebste dürfte schon im büro angekommen sein, je früher er dort ist, umso eher habe ich ihn wieder. über zwei jahre sind es nun und an jedem einzelnen tag, jeden morgen wenn ich ihn zum ersten mal ansehe, verliebe ich mich wieder ein stückchen mehr.

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aus der versenkung

ich bin nicht verschwunden. ich bin nur gestolpert und in ein tiefes, dunkles loch gefallen. wann immer ich versucht habe, den kopf über den rand zu heben, sind wieder mächtige, wogende wellen über mir zusammengeschlagen. tage-, fast wochenlang ging das so, es war kraftraubend, erschöpfend und hat mich mehr als die zeit gekostet, die daran und darin verlorengegangen ist.

ich habe mich über den rand gehoben, bin aus dem loch geklettert. habe es geschafft, wieder licht zu sehen. noch bin ich geschwächt, aber ich bin so nett zu mir, wie es nur geht, schone und pflege mich. verbinde die wunden. gestern konnte ich das erste mal die frage, wie es mir gehe, wieder ehrlich mit gut beantworten.

ich bin wieder da.

zwielichtspalten

seitdem wir wieder hier sind, schlafe ich schlecht. natürlich waren auch die nächte im zelt nicht wirklich erholsam, aber das liegt dann eher am harten boden, wenn man mal wieder von der matratze gerollt ist, an zu warm, zu kalt, zu zeltig eben (daß ich zelten liebe, sei hier nur am rande erwähnt). aber hier halten mich gedanken wach, deren spirale ich nur mit allergrößter anstrengung durchbrechen kann, ängste, die mich überfallen, zu jeder tages und nachtzeit, aber nachts erkenne ich sie oft zu spät und dann packen sie mich mit ihren krallenfingern, foltern mich und lachen sich dabei ins fäustchen. ich bin unglaublich übermüdet und es nimmt einfach nicht ab. könnte schlafen, schlafen, schlafen und habe dabei ein schlechtes gewissen dem liebsten gegenüber, der ja morgens früh raus muß, ob er will oder nicht.

und trotzdem. trotzdem geht es mir gut. paradox, oder? ganz begreife ich es nicht.

gestern habe ich endlich nach wochen das bruderherz wiedergesehen. der abend so sommerlich, die luft flirrend vor elektrizität. an solchen abenden fühle ich mich immer, als würden alle geschichten, die an genau solchen abenden passiert sind, mir kleine anekdoten ins ohr flüstern, während sie mir schwitzige löcken aus dem nacken streichen. wir sitzen im sommergarten der bar, die so vertraut wirkt, durch büsche vor den neugierigen blicken der straße verborgen. trinken bunte cocktails aus unpraktischen gläsern und freuen uns so sehr an uns selbst, erzählen und schweigen und lachen und hängen den gedanken des anderen nach. danach zieht es uns noch nicht nach hause, wir kaufen bier am kiosk und treffen eine alte bekannte aus längst vergangener zeit. laufen durch die straßen, die erfüllt sind von hitze und gesprächsfetzen der menschen in den straßencafés. momentelang stimmt alles. auch jetzt, in der erinnerung daran. und das wort zuhause bedeutet wieder genau das.

107in österlen, östliches südschweden, haben wir die ales stenar besucht, eine jahrhundertealte mystische kultstätte. es sind diese orte, so aufgeladen mit geschichte und geschichten, die meine vorstellungskraft versagen lassen. das denken setzt aus und ich kann nur noch fühlen, fühlen. fühlen.

103von sicher nur wenigen bemerkt, führt ein schmaler, kaum erkennbarer pfad zur küste hinunter. es geht steil nach unten, permanent brüllt einem der wind entgegen, der abstieg ist nicht ungefährlich. unten aber ist es ruhig, die wellen schwappen behäbig an einen strand voller weichgeschliffender steine und felsen. die sonne geht noch nicht unter, dazu ist kurz vor midsommar noch nicht die stunde gekommen, aber es riecht nach abend und ferne und freiheit und danach, angekommen zu sein.

tillbaka

ich bin wieder da. sitze in meiner wohnung an meinem küchentisch mit… meinem kaffee. und es fühlt sich seltsam an. gestern war es toll, der liebste und ich wieder hier und ich voller freude darüber, daß das post-urlaubs-loch mich diesmal nicht so tief erwischt. aber jetzt ist so etwas wie alltag zurück in meinem leben und ich fühle mich noch komplett unorganisiert… die wohnung sieht furchtbar aus, gestern hatten wir noch nicht den nerv, hier richtig für ordnung zu sorgen und überall wo man hinsieht, steht etwas, das dort nicht hingehört. also versuche ich mich in kleinen schritten, mehr oder weniger erfolgreich. ich könnte jetzt auch noch von meinen alten bekannten, den zukunftsängsten, erzählen, die mich hier schon erwarteten. aber das ginge jetzt zu weit.

der urlaub war toll. unglaublich wahnsinnig schön, aufregend, vielseitig. ich habe so viel erlebt und gesehen und weiß gar nicht mehr, wie oft ich aus tiefster seele erklärt habe, daß dies oder jenes das überwältigendste ist, was ich jemals erleben durfte. immer wieder neu und immer wieder ein stückchen größer. alles zu erzählen ist gar nicht möglich und würde vielleicht auch ein wenig entzaubern. daher hier und in den nächsten tagen einige lieblingsbilder (eine kleine auswahl aus 545 lieblingsbildern, wohlgemerkt).

025das meer, immer wieder heißgeliebt. hier noch in dänemark am ersten abend unserer reise. das zelt war gerade aufgebaut, das erste bier geöffnet, wir gingen auf erkundung, überquerten die kante der steilküste… und uns stockte der atem bei dieser aussicht. das erste herzhüpfen von so vielen.

hejdå!

die letzten wochen waren hart, auf so vielerlei art und weise. aber jetzt wird alles gut, eine andere möglichkeit gibt es gar nicht… schon die letzten zwei tage, verbracht bei der schwiegerfamilie, haben mich nach langer zeit wieder zur ruhe kommen lassen, sogar beinahe durchschlafen konnte ich, trotz vollmond sogar. und heute nun geht es los, der langersehnte und inzwischen bitter nötige urlaub ist endlich in greifbarer nähe. heute abend wollen wir in dänemark sein, morgen dann geht es weiter nach schweden, so der bisherige plan. das wetter spielt nicht ganz mit, aber das wird uns die freude nicht verderben, da bin ich mir sicher. also, liebe freunde, in ca drei wochen bin ich wieder da, mit geschichten, berichten und fotos. lasst es euch gut gehen! vi ses!

the limits of control

was ich eigentlich schreiben wollte, bevor mich das telefonat so völlig aus der bahn geworfen hat:

gestern abend war ich in dem neuen jim jarmusch-film. und auch wenn es zu weit gehen würde zu sagen, er habe mein leben verändert, so hat er mir doch für den moment den kopf gerade gerückt. der film selbst war großartig, wunderschön. ein gesamtkunstwerk. und wäre ich nicht ohnehin schon begeistert von seinen filmen, hätte mich spätestens dieser film wohl bekehrt. (und allerspätestens gael garcía bernal als mexikanischer cowboy, aber das gehört hier nicht hin).

die aussage des ganzen (zumindest für mich, und auch das trifft wieder die kernaussage) war: das leben, die realität, ist das, was du daraus machst und jede situation bekommt ihre wertigkeit dadurch, wie man sie betrachtet. natürlich spielt auch kunst und das verständnis dafür eine rolle, interpretiert doch jeder betrachter seine persönlichkeit, seine geschichte in das werk hinein, fühlt sich selbst in dem, was er sieht, was in diesem film zur metaebene gelangt, weil wir als betrachter den protagonisten auf beinahe voyeuristische weise, zumindest fühlt es sich so an, genau dabei beobachten.

mit diesen geballten impressionen habe ich gestern nach dem film schon den liebsten verschreckt, da hatte meine rezension allerdings nicht wenige zeilen sondern viele minuten. also, wer arthaus-filme mag und solche, bei denen einem das denken nicht abgenommen wird, wer sich nicht davor scheut, beim sehen auch etwas zu fühlen:::::::> ansehen!

warum denn das nun wieder?

in den letzten tagen ging es mir nicht gut. und so konnte ich auch nichts schreiben, denn wenn es etwas positives war („juhu, ich habe meine erste selbstverfasste steuererklärung abgegeben!“) kam mir das wie eine farce vor, so gespielt vor dem hintergrund meiner vorherrschenden grundstimmung. und negatives wäre schnell in eine leidende litanei verkommen darüber, wie schlecht es mir doch gerade geht. natürlich kenne ich auch gründe für diese meine stimmung, aber darüber möchte ich gar nicht sprechen.

….eigentlich wollte ich hier weiterschreiben, daß es mir jetzt wieder gut geht und wie das alles gekommen ist. sagen, daß ich jetzt nach vorne blicke und ich darum kämpfe, daß sich die wolken in meinem kopf wieder ein bißchen lichten. aber dann habe ich mit einer person telefoniert, die mit wenigen worten mein noch so zartes, wackeliges gerüst hat einstürzen lassen. jetzt bin ich vor allem wütend und traurig. wie soll ich das denn jetzt noch schnell herumreißen?

bildlich gesprochen

gesehen bei madame lila und sogleich ausprobiert: mein alter (l)ego!

die kleine waldelfe

die kleine waldelfe